Morbus Google

Im jahr 2018, en gsunde Junge burscht

So um die 30i brueflich und privat scho lang uf Kurs

Isch proper fit und munter zmitzt im Läben ine gsi

Bis e Wulchen in la dänke hät jetzt segs dänn bald verbii

 

Die Wulche, nu am Ursprung, will si d’Sune hät verdeckt,

und die wo si isch fürecho ihm d’Nasehaar hät gneckt

und kützled und ihn zoikled, bies er gnosse hät gar fescht

und Tropfe vome Böögeschliim zur Nasen us händ gleckt

 

Zersch hät er, ganz wie ihr, sich dänkt, s’chäm vo de Sune her

Als obd Wulche sich grad dänkt hät, wie reizend ächli Sune wär

Doch drufabe hät er gschpürtèüü, das’s ihn im Hals chli biise tuet

Er hät sich gseit, villicht wär jetzt mal en Arztkontrolle guet

 

Will gschider früener als spöter, doch so schlimm segs wider nöd

Und en Arztbsuech ohni nüüt, da fühl me sich dänn ä chli blöd

Drum hät er, zum sich zberuhige, und zum würkli sicher zgah

Suizidal chönt mer fasch säge, sich ufs Internet iglah

 

So hät er afange google, Hals und Nase und Symptom

Und erschine, will sichs greimt hät, isch au na es Karzinom

Und d’Pigment uf siner Huut wi uf me Bildli zimli gross

D’Diagnose ufem Netz - zimli hoffnigslos

 

Er hät Aidschräbs, und das gar tödlich

Und d’Symptom wiised uf Morbus Google hi

Er hät Aidschräbs, die letal verlaufend Form

Wie chönts im Internet au andersch si

 

Aidschräbs, truurigen Aidschräbs u

Er hät Aidschräbs

Und er taucht immer tüüfer in Googlesumpf i

 

Aidschräbs, oh truurigen Aidschräbs

Er hät Aidschräbs - und Hypochonderinternetphobie

 

Verbi

Es isch doch vo Afang a nüüt richtigs gsi              

E schnelli Nummere, einisch durezieh, nöd meh

Min Blick isch zersch, das häsch doch gmerkt gha,, zunren andre hi

Bis mer eine gseit hät gha, du segsch na frei 4!

 

Und ich gibs zue, das hät mi greizt, das söll nöd nichtig si

Und dis Gschtell hät au nöd allzuschlächt usgseh

Doch wo di berüehrt ha, häsch so ta als wäri nüüt debi

Häschs regischriert und mich druf gfrögt „Chunt da na meh?“

 

Du bisch oberflächlich glatt, din Charakter hani satt,

und wännd mich frögsch, häsch doch scho en Eggen ab

jetz wo der reine Wii ischänke finde fang doch mal a dänke,

Merksch du de Wii chönsch mer jetz nöd so eifach geh

 

Selbschtbedienigskasse s’isch verbi

S’isch für mich nu es churzes Abentüürli gsi

Doch will i gern mich underhalte, will i Arbet gern erhalte

und sowiso au grad Chübelseck sött ha

 

Sälbschtbedienigskasse sisch verbi

S’chunt niemmert zchurz, nei höchschtens zfrüe, wo söll da de Vorteil si?

Und ohni Kassefrau, ich fändis scho e truurigeri Wält

wänn me de Wätterbricht nume na de Bucheli verzellt

 

Selbschtbedienigskasse, dini Ziit die gaht verbi

Ich bi Retrovisionär und drum glaub ich a de Sieg

Selbschtbedinigskasse, weisch wie schön das dänn wird si

Wänn du roschtisch, wänn du fuulisch und de Gsellschaft isch das glich

 

Und falls mir erlaubsch zum Schluss na es bitz Philosophie

Stell der vor s’isch Sälbschtbedienig - und niemert gaht hi

 

 

Ebä

Nu es Boulespiel nach der Arbet geg di vieri

undrem Vorwand vo de Zwäckmässigkeit

vo Underhaltig nach der Arbet bimne Bierli,

oder bim Bsuech im Kino Uto bim Chreis drü.

 

Nu ä Frischluftzigarette nach em Bierli

und en Spaziergang im Früeligsabigrot,

nu en Fründschaftskuss da wötsch ä nöd so stier si,

doch ihre dämmerets wos dämmeret ischs zschpat.

 

Er seg nöd dä Typ für ei Nacht

er seg z’einmalig.

Und er find ebä,

er wür so gern mit ihre wenigschtens einmalig,

doch si empfindet er empfindi zvill für si

 

Nachem Wienachtsässe zwei, drü Mönät spöter

nachme Wiise, Schampus, Hugo, Pims und Bier,

na es Schnäpsli uf em Heiwäg geg de Zwiifel,

dänn er will und ihre Wille wiecht der Gier.

 

Nachme tagelange Schwiige uf der Arbet,

staht er Zabig plötzlich vor ihrer Wohnigstüür,

und wos chlopfed wöt si gar nöd erscht dehei si,

doch er chlopft und chlopft und chlopft und chlopft si weich.

 

Si seg nöd de Typ für ei Nacht

si seg z’einmalig,

drum fänd er ebä,

würd er so gern mit ihre meh als nu einmalig,

und so ret er und si ret sich d’Liebi i

 

Imen Eifamiliehüsli zwei Jahr spöter,

i ihrem wunderschöne Luftvorhängeschloss,

isch si ghocked mit de altbekannte Gwüssheit,

d’Luft wo niemals da gsi isch, isch dus.

 

Doch ersch wiiteri 4 Jahresziite spöter,

spricht si nöd nu mit de Auge d’Wahret us,

und schokiert vo dem won er scho längschtens gwüsst hät,

redet er sich sälber i er chäm nöd drus.

 

Si tüeg als ob si ihn na gar nie richtig gliebt heig,

und sie seit ebä

 

Realität

En Bachelor jung und knuschprig isch is Dschungelcamp spaziert

Hät es Topmodel döt gsichtet druf e Rose (flott) serviert

Hät buhlet um si, „Mega-Süessi Auge, Brüscht und Händ“

Doch si hät gmeint die Sprüch seged ihre - vill  z’eloquent

 

Klumm-heimlich, hät si d’Rose spöter inen Chübel grüert

hät dänkt es wär ja glacht wänn mich de Junggsell da  verfüert,

und grad ein wo Made frisst, wär charakterlich viel z’flau

und nöd geerdet, besser warti si uf  - Bauer sucht Frau

 

Nu im Dschungel isch känn Buur gsi wo de Hof ihre het gmacht

Und en Schwiizer mit Talent hät si jetz grad na nett aglacht

Doch wo si dä hät gfrögt, was dänn sis Talent seg gsi

Hät er gseit – ich han e keis ich bin es Jurymitglied gsi

 

So hät sii Riisus gnoh und de Urwald rasch verlah

Hät sich dänkt, villicht gäbs dusse doch de intressanter Maa

Dänn am Sandstrand-FKK acho verschlahts ihre de Schnuf

Vor ihre schtaht de Adam - nackt wie Gott ihn schuf

 

Realität, si staht mit beidne lange Bei i de Realität und suecht en Maa

 

Und jetzt wo si gnueg vo Glanz und Gloria-Showbusiness hät gha

Hät sie dänkt si suech si gschider via Parship ihre Maa

Und hät will sie am Änd nöd grad the Biggest looser sich hät gsuecht

uf Elitepartner s’Date mitme Ex-Musicstar buecht

 

Und wo si de nach guetem Ässe vor de Wohnigstür dihei

Uf en Kafi ...               hät er gseit nänänei,

s’tüeg im i sim Herze jetzt zwar tüüf und bachelormässig weh

si aleige zlah die nacht doch er mües los an ESC

 

Realität, si staht mit beidne lange Bei i de Realität und suecht en Maa

 

Am ESC hät er e Rose für si füregholt

Es Lied gsunge a si grichtet wo na dihei für sich hät gschmollt

churz hät si dänkt, dass de si jetzt glich gar nöd so schlächt dünkt

Doch d’Juri hät sis Schicksal druf besiglet mit Null Pünkt

 

Switzerland: Zero Points

 

 

Lette

Si ligged am Lettä uf em Roscht,

brunbrännt, igschmiert  - wie Buttertoscht

Es Stillläbe us hundert schlanke, chrumme

und grade Bei, en Fleischberg i de Summe.

 

Und d’Schwabelbücher metzged sich dur d’Masse

vo dünne, schöne, junge, und vo krasse,

vo Päärli  wo sich d’Sunegrääm iriibed

vo Tangas wo durd Füdlibagge schniidet

 

Zürigschnätzlets am obre Lettä

Studente wo gern Trends würdet go settä

Mänscheröschti wiit weg vom Grabe

Ich gieng gschiider an undre Lettän abe

 

Und s’Partyvolk vo geschter isch na da.

Es tanzt, es schwitzt, es suuft, es laht sich gah

Am DJ-Pult di ewig alte Hase

und ab und zue da tropfts eim us de Nase

 

und hin und wider chüelt sich einen ab

und gumped mitren Arschbombe durab

de truurig Reim vo mir isch im ganz Wurscht

er trinkt es lauwarms Bierli geg de Durscht

 

Zürigschnätzlets am obre Lettä

Studente wo gern Trends würdet go settä

Röschti mit Fleisch wiit weg vom Grabe

Ich gieng gschiider an undre Lettän abe

 

Da oben am Chraftwerk fangts mi a gruuse

D’Elektroscheisse stört mi gar bim Pfuuse.

Und was will ich a dem mänschversüechte Fluss?

Ich gump id Limmet, fasse en Entschluss

 

Nach Kästner fang ich s’Wasser afa suufe,

entfern mich langsam vo dem wilde Huufe.

Ich mach mich immer schwerer, wie nen Stei,

uf em Limmatgrund bin ich alei.

 

De Maa mit leerem Chopf

Das isch d’Gschicht vome Maa wos de Chopf scho usghöllt händ

wo nüüd me gseht, wo ganz vill gschpürt und vill vermisst

Das isch d’Gschicht vome Maa wo sis Todesurteil kännt

und als andri ganz schnäll vergisst

 

Das isch Gschicht vome Maa wo gern es Gschpröch mit eim afangt

will er gern ret unds für es längers Gschpröch nüm langt

und wo aspruchslos vom täglich Bsuech nöd meh als das verlangt

als das mer ebe s’Gschpröch mit im afangt

 

und ich bsuech en ame Summertag und s’rägnet ussedrah

er seit „Hallo, chunt da en schöne Maa?“

und er frögt mich ob i schwul seg ich druf nei und er seit schad

und jede Tag stellt er di glichi Frag

 

S’isch gschicht vomne Maa wo gern as Autofahre dänkt

i sim Zimmer ime Heim won er de Jüngscht isch

Es isch d’Gschicht vomne Maa, wo sin Schatte nüme länkt

will er de Schatte längschtens sälber nüm erkännt

 

S’isch Gschicht vome Maa wo mit Hormon und Herz na liebt

und nu mit letschterem na andri Mänschen azieht.

S’isch ä Gschicht, das wüssed all, wo ganz tragisch Ende wird

will scho bald isch vo sim Hirni nüüt meh da

 

und ich bsuech en ame Summertag und s’rägnet ussedrah

er seit „Hallo, chunt da en schöne Maa?“

und er frögt mi ob i schwul segm ich du scho und er seit ja

trotz andrer Antwort isch für ihn de glichi Tag

  

und ich bsuech en ame Summertag und s’rägnet ussedrah

er seit „Hallo, chunt da en schöne Maa?“

doch er frögt nu ob i schwul seg ich druf nei und er seit schad

und ich wünsch mer s’wär bald scho Ziit zum gah

 

für de Maa mit vollem Herz und leerem Chopf

für de Maa mit vollem Herz und leerem Chopf

für de Maa mit vollem Herz und leerem Chopf

 

 Hotel uf Booking

S’hät en Aschlag im Coop und sgit en Aaschlag z’Berlin

Chaufsch e Biopapaya und es Erdbebe wüetet

Und en Chindersoldat gseht es alts Filmplakat,

vo de Scarlet wo in Tokio nüt macht

 

Bisch am bulen am Lette, und me schlaht ein mit Chette

Imne nöd gschlossnige Gfängnis in Kuba

Und ein suecht nach em Sinn und en andre nach Pornos

Und ganz vili en Wäg übers Meer

Und s’freut dich sehr, hät das Hotel na Platz da uf Booking

 

Und sisch neu Diktatur und du luegsch gschwind ufd Uhr

Dänksch de Bus da chunt halt nöd so pünktlich wie i dem

Land wo diskutiert wird, ob d’bim Stille im Reschti döfsch d’Bruscht gseh

Und du dänksch ja,  chunsch schliesslich au vo da

 

Shät en Aschlag im Coop und sgit en Aaschlag zBerlin

Und es Land ret uf eimal vom Exit

und en Mänsch macht das au, er hät Chräbs

und en andere hät de Stammplatz i de Nati vergeh

und du dänksch juhe, hät das Hotel uf Booking na Platz

 

Shät mängs ein  e Lichen ime Chäller zverberge

Und mängs andre liht als solchi imnen igschtürzte Bergwerch

Und Liche gits da und gits döt

nume sinds döt oft jünger als da

und du dänksch aha, s’Zimmer isch zum Schnäpplipriis zha

 

Shät en Aschlag im Coop und sgit en Aaschlag zBerlin

Chaufsch e Biopapaya und es Erdbebe wüetet

Bisch truurig betroffe, bisch glichgültig fröhlich bisch da

Und lug au da, s’Hotel isch e wiitri Nacht zha

Dis Hotel isch e wiitri Nacht zha

Und s’luegts au öpper andersch grad a

 

President

Wänn dis Chind mal Presidänt wird

Ou es wird so schüli Freud ha

A dem Ultraschall wod posted häsch uf em Facebookprofil

 

Ich mein jöö lueg mal das Schnäbi

Für en Laie chönds ä Chräbs si

Chum mach dim Goof doch grad sälber es Profil

 

Stolze Papi, Paparazzi

Ich hoff de Öpfel keit na wiit vom Stamm

 

Wänn dis Chind mal Presidänt wird

Und fürd Schwiizer illustriered

Mitme Bild vo sich ime lähmigschmierte Schwangerschaftsbuch

 

Und ä jetz wos grad frisch gschlüpft isch

Uf dim Laptop im Gebärsaal

Ziert d’Nabelschnur scho dini brandneu Chronik

 

Stolze Papi, Paparazzi

Ich hoff de Öpfel keit na wiit vom Stamm

Stolze Papi, Paparazzi

Ich hoff du bisch en Hochstammöpfelbaum

 

Chum machs doch wenn scho denn scho richtig gründlich

Und gib eus au sini Bluetgruppe na a

Wänn er nach dir chunt wirds im spöter glich si

Er wird ja eh en völlig hemmigslose Maa

 

Stolze Papi, Paparazzi

Ich hoff de Öpfel keit na wiit vom Stamm

Stolze Papi, Paparazzi

Oh bitte bis en Hochstammöpfelbaum

 

Wänn dis Chind mal Presidänt wird

De Gedanke macht mer Sorge

Und ich frög mi au ob das genetisch Sinn macht

 

Und’s bliibt zhoffe d’Paparazzis

Sind dänn darwinistisch gnueg

Und sie lueged dass dis Chind nie Presidänt wird

 

Ufme Dach

Ich sitzen ufme Dach voneme Huus

Wo du vor 15 Jahr vergange bisch.

Ich sitzen ufme Dach und ich dänken

ane Ziit wo wiit vor mir gsi isch,

und ich gsehnen ufen Park

wo zwei Tamilechind am Sabbat uf em Spielplatz sind,

und du vo obe luegsch ne zue.

 

Ich gsehnen uf en Pingpongtisch wo grad Rundlauf

mangels Schleger mit de Händ gschpilt wird.

Ich gsehnen uf es Chlättergrüscht wo weg Sturzgfahr

neu us Schuumstoff statt us Stahl bout isch.

Und hinder nackte Bäum uf es Goal

wo grad en Penalty verschosse wird.

Und du vo dim Logeplatz luegsch zue.

 

Ich gsehn zrug id Ziit

D’Noschtalgie spillt sicher blitzli mit

Doch ich gsehn zrug id Ziit mit dir

 

Ich gsehene vis a vis uf en Berg

wo du sit 15 Jahr im Schatte lihsch,

und ich stell mer vor luegsch zrug und gsehsch dis Huus

vor dem  Hochhuus, wo känn Schatte wirft,

 uf de Platz wo sich nie ändret, wo symbolisch und

sit immer scho im Schatte liht,

 und du dänksch „Scho guet, ich lueg nu zue“

 

Ich gsehn zrug id Ziit

D’Noschtalgie spillt sicher blitzli mit

Doch ich gsehn zrug id Ziit mit dir